Kommt ihr mit in die Pilze?“ Diese Einladung von Mit-Initiatorin Birgit kam zum rechten Zeitpunkt! Warum? Na klar, der verregnete Spätsommer 2017 und in der Folge ein außerordentlich herbstlicher Feiertag lockten mit einem verführerisch reichhaltigen Angebot. Im Sinne des lebendigen Lernens galt es, in die Welt der Pilze einzutauchen! Und so kamen wir zu einer bunt gemischten Gruppe zusammen, um an diesem „wäldlichen“ Abenteuer teilzunehmen.

Nach nur knappen zehn Metern hielten wir schon das erste Mal an und entdeckten einen braun-schwarzen Pilz. Schnell erfuhren wir über die Qualitäten dieses besonderen Waldbewohners. Essbar war er natürlich nicht, aber dafür kann man Kleidungsstücke damit färben.

Birgit?!“ tönte eine laute Kinderstimme aus der Ferne, denn natürlich hatte unsere „Pilze-Kennerin“ die kleinen Wanderer gebeten, bei „Pilz-Fund“ sofort Meldung zu geben. Ein wundersamer Pilz, goldgelb und gar nicht mit Lamellen, sondern mit Röhrchen-Schwamm unterm Hut, hatte aus dem Laub hervor geleuchtet.

BIRGIT?!“ und schon ging es weiter zum nächsten glücklichen „Pilze-Finder“.

Nun wurde es ganz kurios, denn dieser Pilz war steinhart. „Diesen Pilz kann mal als einen Türknauf am Schrank verwenden“, erklärte Birgit. Kaum zu fassen, oder?

Nun ging es direkt ins Gebüsch. „Schon wieder ein Pilz!“ , schrie jemand, „Schau, mal Birgit!“. Na, dieser Pilze sah aber auch nicht sonderlich genießbar aus. Eher wie ein Stein mit Terrassen-Ebenen. Nun ja, bekanntlich soll man ja nach dem inneren Wert urteilen. Dieser Pilz hatte es wirklich in sich. „Wenn man nämlich ein Funken in das Innere des Pilzes legt, so fängt er an zu glimmen, nicht aber an zu brennen UND das Feuer kann transportiert werden. Deswegen heißt er auch „Zunderpilz“. Die Begeisterung der Kleinen überschlug sich und die Kunst der Eltern bestand nun darin, für jedes Kind einen solchen Pilz zu finden. Im Ofen brennt der Pilz nämlich auch gut.

So ging es Meter für Meter weiter in den Wald und die wundersamen Formen und Farben des Pilzreiches nahmen kein Ende.

Ihr müsst wissen, Pilze winken aus dem Wald zu“, so Birgit.

Und so war es auch. Zwar waren viele Pilze schon ziemlich überreif oder einfach nur verregnet und matschig. Aber das tat der Entdeckerfreude der kleinen und großen Sucher und Sammler nichts ab. „Wenn man einmal die Freude am Pilze-suchen gefunden hat, muss man sich zukünftig vorher gut überlegen, ob man im Wald suchen geht, oder lieber wandert!“ Diesen Unterschied spürten wir sehr intensiv, denn auch nach Stunden wäre die Wegstrecke klein geblieben, hätten wir nicht mal eine Such-Pause eingelegt und uns entschieden, das Ziel unserer Reise für ein Picknick anzusteuern.

Und auch dann noch gab es so viele Schätze am Wegesrand, gar wundersame Pilzgärten auf kleinen, moosbewachsenen Lichtungen. Dort wachsende Korallenpilze oder Bodensterne mit staubigen Sporen waren ein lebendiges Beispiel dafür, dass ein Pilz nicht nur aus Fuß und Hut besteht. Zu guter letzt machte sich auch noch der klassische Fliegenpilz bemerkbar, bei dem man die kleinen kuscheligen Punkte gefahrlos abwischen konnte. Nicht nur farblich war bei diesem Exemplar aber ganz klar: Den essen wir lieber nicht, sondern lassen ihn für die Schnecken stehen!

Eine kleine Sammlung der Eindrücke könnt ihr hier noch in Bildern bestaunen. Aber wer wirklich einmal von dem beeindruckenden Wissensschatz unserer lieben Birgit zehren möchte, dem sei verraten: Lebendiges Lernen ein Leben lang braucht genau diese Momente, die man nie vergisst, weil man sie mit Leib und Seele erfahren und tief im Herzen gespeichert hat.

 

Ihr seid herzlich eingeladen, in einer kommenden Pilzsaison mit zu wandern.

 

Dank dir, Birgit!

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